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DVD - Das Märchen vom Jodmangel

DVD: Das Märchen vom Jodmangel


Neu ist die erste DVD mit einem vollständigen Vortrag zur Jodproblematik von Dagmar Braunschweig-Pauli M.A:

„Das Märchen vom Jodmangel“ ist eine Aufzeichnung des gleichnamigen Vortrages auf dem Schilddrüsensymposium von natura-naturans, München, 27.10.2013,
Preis: EUR 19,95/CHF 27,00 zzgl. Porto (entsprechend den jeweiligen Portogebühren) und 1€ für Verpackung.


Textauszug aus dem Manuskript - Der Vortrag wurde frei gehalten

Vortrag: “Das Märchen vom Jodmangel“ auf dem Schilddrüsensymposium “Schilddrüsengesundheit“ von NATURA NATURANS, der Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Abendländische Medizin vom 26./27. 10. 2013, am 27.10.2013 um 10 Uhr.
Referentin: Dagmar Braunschweig-Pauli M.A. Trier.
Veranstaltungsort: BRK „Haus Altlehel“, Christophstr. 12, München.

"Der Vortrags-Titel „Das Märchen vom Jodmangel“ ist eine Anlehnung an den Buch-Titel meines Lexikons für Jodkrankheiten, „Das Märchen vom gesunden Jod“, (das seit 2003 im Herbig-Verlag München erscheint), in dem die undifferenzierte Behauptung „Jod ist gesund“ anhand internationaler medizinischer Forschungsergebnisse wissenschaftlich widerlegt wird.

Und vergleichbar mit dem „Märchen vom gesunden Jod“ stimmt auch der Wahrheitsgehalt hinter dem Begriff „Jodmangel“- sowohl als Kropfauslöser als auch als Tatsache eines Mangels an dem Spurenelement Jod an sich - nicht mit den wissenschaftlich belegbaren Fakten überein, so daß auch in Beziehung auf den „Jodmangel“ getrost vom „Märchen Jodmangel“ gesprochen werden kann.
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Während der Begriff „Märchen“ im Zusammenhang mit der Jodsalzprophylaxe in Deutschland meist von Kritikern der (Lebensmittel-) Jodierung benutzt wird, wird der Begriff „Mythos“ in Beziehung essentieller Behauptungen über Jod - wie die sogenannte „Eiszeit-Theorie“ (Scriba 2006) oder „daß jede Schilddrüsenvergrößerung Folge eines Jodmangels in der Nahrung ist“ (Pfannenstiel 1996) - ... meist von Jodbefürwortern benutzt.
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Der Begriff „Jodmangel“.

1. Woher kennen wir den Begriff „Jodmangel“?

Seit Beginn der 90-iger Jahre des letzten Jahrtausends wird der Begriff „Jodmangel“ mit einer sämtliche Medien umfassenden Werbekampagne öffentlich bekannt gemacht: Für Deutschland und alle Bundesbürger wird ein allgemeiner Mangel an dem Spurenelement Jod behauptet und als Ursache für die Entwicklung eines Kropfes ausgegeben.

Die Slogans u.a. „Jodmangel ist so unnötig wie ein Kropf“ oder „Beseitigung des Jodmangels“ (beide: AKJ, Fakten zur Jodversorgung in Deutschland, Groß-Gerau, April 1997) sind durch die Jodwerbekampagne in Jedermanns Bewußtsein eingegangen.

Damit prägte sich der Begriff „Jodmangel“ als DAS Hauptargument ein, auf dem die Argumentation einer Notwendigkeit für die (gesundheitspolitische Maßnahme) „generelle Jodsalzprophylaxe“ (s. „Die Notwendigkeit der Jodsalzprophylaxe“, hrsg von R.Großklaus/A.Somogyi, bga-Schriften, München 3/94) aufgebaut ist.

Die sehr geschickt suggerierte Logik, daß einem Mangel abgeholfen werden muß, prägte sich in kürzester Zeit einer ganzen Bevölkerung ein. Und der - wie ich es nenne – „Hamsterreflex“ des Mangelausgleiches machte aus einer psychologisch wirkungsvollen Werbemasche einen Selbstläufer.


2. Der Mangelbegriff



Ein Mangelbegriff hat eine sehr starke psychologische Wirkung (Jeder Pädagoge weiß, daß man über diese Schiene die Schüler motivieren kann): er löst bei Menschen geradezu automatisch einen „Hamsterreflex“ aus (diesen Begriff habe ich erstmals im Interview im „Jodvideo“ von 2010 benutzt) dergestalt, daß man spontan bereit ist, diesen Mangel zu beheben, meist ohne nachzudenken und ohne den Wahrheitsgehalt hinter dem behaupteten Mangelbegriff in Zweifel zu ziehen.

Fragte bzw. fragt man Leute, die Jodsalz kaufen oder benutzen, warum sie das tun, erhält man in über 99% der Fälle prompt die Antwort: „Wir sind ein Jodmangelgebiet, das weiß ja jeder. Wir haben alle zu wenig Jod, deswegen benutze ich Jodsalz. Ich muß diesen Mangel ja ausgleichen.“

Der Schalter im Kopf: Jodmangel = Jodsalz, jodierte Produkte kaufen – funktioniert automatisch.

Der 1. psychologische Trick, die Jodsalzprophylaxe auf dem Mangelbegriff „Jodmangel“ aufzubauen, konnte nicht schiefgehen.
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„Arbeitskreis Jodmangel“ – Idee für den Basisbegriff „Jodmangel“

Initiator der neuen Problemstellung „Jodmangel“ und federführend für die daraufhin entstandene Werbekampagne „Jodmangel“ ist der „Arbeitskreis Jodmangel“, der sich mit seiner Gründung 1984 mit dieser Namensgebung der Beseitigung des Jodmangels verschrieben hat.
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Förderer sind u.a. deutsche bzw. europäische Wirtschaftsunternehmen wie Salzkonzerne, die auch Jodsalze herstellen, und deutsche Pharmaunternehmen, die u. a. auch Jodtabletten und Schilddrüsenmedikamente produzieren.

- „Hon(n)i soit qui mal y pense“ – „Ein Schelm sei, wer Schlechtes dabei denk.“ (Devise des Hosenbandordens, gestiftet 1350 von Eduard III. von England, aus: Alfred Sellner, Fremdsprachliche Redewendungen im Alltag, Wiesbaden 2002, W. 124)

Zu fast gleichen Teilen beteiligt an dieser Jodwerbekampagne waren auch u.a. das Bundesministerium für Gesundheit (BgA) mit dem Gütesigel „Gesünder mit Jodsalz“ und folgende Einrichtungen: die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) (wurde später in Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) umbenannt).

Von allen wurde eine Flut von Informationen unter die Leute gebracht in Form von Flyern, Merkblättern – u.a. auch als scheinbar amtlich mit dem Bundesadler versehen! - , Merkbroschüren, Jodinfo-Artikeln und Anzeigen in Tages- und Wochenzeitungen, Illustrierten, Fachzeitungen für Bäcker und Metzger, Krankenkassen etc.

Diese geballten Anstrengungen in Sachen „Jodmangel“ und als Konsequenz seine Beseitigung durch Jodsalz und Jodzusätze – wobei die Viehfutterjodierung zu keiner Zeit erwähnt und nie in den offiziell herausgegebenen Tabellen für Jodmengen berücksichtigt wurde! -, gemeinsam von Medizinern, Bundesbehörden, Wissenschaftlern und Wirtschaftsunternehmen vorangetrieben, haben eine der wohl erfolgreichsten Werbekampagnen der Nachkriegszeit in Gang gesetzt.



„Jodmangel“ – seine Anfänge und Präsenz in der Medizingeschichte

Seit wann gibt es den Begriff „Jodmangel“, von wem wurde er geprägt, und wie präsentiert er sich im Laufe der Medizingeschichte?

Der Begriff „Jodmangel“ ist sehr viel älter als der 1984 gegründete sogenannte „Arbeitskreis Jodmangel“.
Die Gründungs-Mitglieder dieses Arbeitskreises, die sich dem sogenannten „Jodmangel“ verschrieben, griffen mit der Namensgebung „Arbeitskreis Jodmangel“ auf den in der Medizin seit etwa 1850 bekannten Begriff "Jodmangel" zurück.
Seitdem wird der „Jodmangel“ als (alleinige) Ursache einer Kropfentwicklung und die auf ihm aufbauende sogenannte „Jodmangeltheorie“, die einseitig zu unserer gegenwärtigen „Jodsalzprophylaxe“ führt, von Medizinern kontrovers! diskutiert und auch durch die neue, internationale Schilddrüsenforschung der Nachkriegszeit als völlig einseitig, deshalb als falsch und nicht haltbar bewiesen.
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Die vorhandene Literatur zur Kropfforschung belegt, daß die Mitglieder des Arbeitskreises Jodmangel als Vorbild für ihre Neuauflage der Jodmangeltheorie und der auf sie aufbauenden Jodsalzprophylaxe unter den vorausgegangenen Kropfforschern nicht, wie es eigentlich selbstverständlich gewesen wäre, die aktuellen und ihnen zeitlich nahestehenden Forschungsergebnisse zur Kropfentstehung und Kropfbehandlung wählten.Unter Umgehung der aktuellen Forschungen stützen sie sich in ihren Aussagen – Jodmangel = Kropfentwicklung, Jodzufuhr = Kropfverhinderung, Bedeutung der Jodausscheidung im Harn für den Nachweis des Jodstatus, und in der z.T. heimlichen Vorgehensweise – s. heimliche Viehfutterjodierung! - auf die 40 Jahre zurückliegenden, von der Forschung damals längst widerlegten Aussagen des Schweizer Arztes Dr. med. Hansjakob Wespi-Eggenberger (s. Artikel i.d. Münch. Medizin. Wochenschrift, 1942) .
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Zitat Wespi-Eggenberger: „Es hat sich immer wieder gezeigt, daß es am besten ist, wenn die Einführung des jodierten Kochsalzes „stumm“ erfolgt, d.h. ohne Propaganda oder große Volksaufklärung, sondern einfach so, daß durch Verfügung der verantwortlichen Regierung an Stelle des gewöhnlichen Kochsalzes jodiertes in den Handel und zum Verkauf gebracht wird.“ Zitat Ende (a.a.O., S. 205.)
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„Eiszeit“-Theorie
Die sogenannte „Eiszeittheorie“, die erste mehr als 20 Jahre behauptete Erklärung für die Entstehung des Jodmangels und gleichzeitig der argumentative Grundstein für die Gründung des „Arbeitskreis Jodmangel“ im Jahre 1984, wurde von Prof. Dr. med. Peter Scriba , Jodbefürworter und Ehrensprecher (früher: Sprecher) des sogenannten „Arbeitskreis Jodmangel“, selber als „Mythos“ bezeichnet und als nicht haltbar zurückgenommen.
In dem Artikel „Kleines Organ mit starker Wirkung“ von Marco Eisensack im „SZ.forum gesundheit“ in der Süddeutschen Zeitung vom 14./15. Mai 2006 wird Prof. Scriba gefragt, Zitat:“SZ: Angeblich ist es auch eine Legende, dass unser Jod von Eiszeit-Gletschern fortgespült wurde. Scriba: Ich gehöre auch zu den Leuten, die die Geschichte lange verbreitet haben. ..." offensichtlich ein Mythos. Heute sagt man, daß der Regen das wasserlösliche Jod ins Meer spült.“ Zitat Ende.
Diese beiden Aussagen von Prof. Scriba Zitat: „Ich gehöre auch zu den Leuten, die die Geschichte lange verbreitet haben.“ Und „Das ist aber offensichtlich ein Mythos. Heute sagt man, daß der Regen das wasserlösliche Jod ins Meer spült.“, beziehen sich auf die beiden vermeintlichen Haupt- Ursachen für den vermeintlichen Jodmangel.

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Die „Eiszeittheorie“ als Basis- und Gründungsargument für den „Arbeitskreis Jodmangel“ hat sich schließlich auch für die Mitglieder dieses Arbeitskreises, wie sein Sprecher selber sagt, als „Mythos“ entpuppt.

Derart von den Urhebern der Jodmangeltheorie bestätigt kann man also mit einigem Recht sagen, daß dieser „Jodmangel“ und damit ja wohl auch der „Arbeitskreis Jodmangel“ auf einem Mythos, sozusagen auf Sand gebaut wurde.

Der Trierer Philosoph und Wissenschaftler der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Dr. Heinrich Pauli, nannte die Argumentation der Eizeittheorie als Grundlage für die Jodmangelthese bereits 1996 „die tönernen Plattfüsse der Jodsalzprophylaxe.“.
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Aktualisiert am 26.01.2014